In den nächsten Wochen werden wir den Bewerbungsprozess und das Thema Recruiting etwas näher beleuchten. Heute starten wir in diese neue Themenreihe mit einem Artikel zum Thema „Vorstellungsgespräch“.
Das Vorstellungs- oder Bewerbungsgespräch ist meist der erste persönliche Kontakt, den Bewerber mit dem neuen potenziellen Arbeitgeber haben. Diese Begegnung sollte jedoch nicht nur dazu dienen, dass der Bewerber auf die Passung zur Stelle hin beurteilt wird, sondern auch dem Bewerber die Möglichkeit geben einzuschätzen, wie gut das Unternehmen zu ihm oder ihr passt.
Gerade durch gezielte Fragen kann man einen guten Eindruck hinterlassen und Interesse zeigen. Auch wenn sich die meisten Bewerber nicht trauen riskantere Fragen zu stellen, sind mutige Fragen durchaus zulässig und können einem dazu verhelfen länger im Gedächtnis der Personaler zu bleiben. Außerdem bieten solche Fragen, wenn sie richtig gestellt werden, die Möglichkeit besonders zu beeindrucken.

„Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Vorstellungsgespräch ist nicht nur, die richtigen Antworten zu geben. Ihr müsst auch die richtigen Fragen stellen.“

Dieser Überzeugung ist Atta Tarki, Gründer und Chef der Personalberatung ECA Partners. Er warnt davor keine Fragen zu stellen. Dies könne auf den Personalverantwortlichen negativ wirken. Tarki nennt in einem Gastbeitrag für CNBC vier Fragen, die man ruhig öfter stellen sollte:

„Können Sie mir Beispiele von Leuten geben, die vorher diese Rolle besetzt haben und die eine schlechte Wahl waren? Und warum?“
Diese Frage ermöglicht es dem Bewerber einen Hinweis darauf zu erhalten, ob man selbst in das Unternehmen passt oder nicht. Außerdem ist die Art, wie auf diese Frage reagiert wird ein guter Hinweis auf das Betriebsklima. Und dieses ist ja bekanntlich ein sehr wichtiger Faktor ob man sich später im Unternehmen wohl fühlt und gerne dort arbeitet. Wenn die Beschreibung der vorherigen Person sehr stark mit einem selbst übereinstimmt sollte man vorsichtig sein, ob die Stelle vielleicht doch nicht die richtige für einen ist.

„Wie viele Arbeitsstunden pro Woche erwartet ihr von einer Person in dieser Jobposition?“
An dieser Stelle sollten beide, Arbeitgeber und Bewerber, keine falschen Vorstellungen vermitteln. Gerade für Personen, die aufgrund ihrer Familiensituation auf gewisse Arbeitszeiten angewiesen sind, sollten das klar kommunizieren. Mit dieser Frage kann man schnell von Anfang an feststellen, ob die Stelle wirklich zu der aktuellen Lebenssituation passt und es kommt nicht im Anschluss zu unangenehmen Überraschungen.

„Wie oft gestattet die Firma seinen Mitarbeitern Gehaltserhöhungen?“
Diese Frage zeigt deutlich, dass man den Mut hat auf sensible Themen einzugehen und zeugt von Selbstbewusstsein. Gehaltsvorstellungen sind häufig ein eher unangenehmes Thema, dass man nicht sonderlich gerne bespricht. Nach Gehaltserhöhungen zu Fragen scheint da noch eine Stufe schlimmer zu sein. Aber gerade darin liegt die Chance ein höheres Einstiegsgehalt oder eine Gehaltserhöhung nach einer gewissen Zeit zu bekommen.

„Welche beruflichen Weiterbildungsmöglichkeiten bieten Sie an?“
Diese Frage ist besonders wichtig, da sie zeigt, dass man bereit ist die Erwartungen zu übertreffen! Wenn man Eigeninitiative zur Weiterbildung zeigt, wird deutlich, dass man bereit dazu ist sich persönlich weiter zu entwickeln und sich für neue Aufgaben ideal vorbereiten möchte. Die Weiterbildung der Mitarbeiter steigert auf lange Sicht sogar die Erfolge der Firma, sollte somit also als etwas sehr positives gewertet werden. Diese Frage gibt einem als Bewerber aber auch die Möglichkeit einen Einblick in die Arbeitsweise des Unternehmens zu geben. Ist das Unternehmen eher eingefahren in seiner Arbeitsweise oder ist es offen für neue Entwicklungen, Ansätze und Ideen.

Fazit:
Durch mutige Fragen bleibt man eher im Gedächtnis und unterstreicht das Interesse an der Position. Wenn man bereits im Vorstellungsgespräch alle Erwartungen und Wünsche, die man an die Stelle hat, abklärt steht einem guten Start in den neuen Job nichts mehr im Wege! Man läuft nicht Gefahr, nach ein paar Wochen im neuen Job festzustellen, dass dieser doch nicht so gut zu einem passt wie man es sich erhofft hatte.

Nächste Woche geht es mit dem Thema Bewerbungsprozess weiter – Es wird die spannende Frage: „Wie verhält man sich richtig nach dem Vorstellungsgespräch?“ beantwortet.